Otopalatodigitales Spektrum

Die Syndrome des otopalatodigitalen Spektrums (MIM 311300, MIM 304120, MIM 309350 u.a.) besitzen verschiedene Krankheitsbezeichnungen und umfassen ein phänotypisches Spektrum.

 

Das otopalatodigitale Syndrom Typ 1 ist die klinisch mildeste Form: Betroffene zeigen milde Skelettanomalien mit hypoplastischen distalen Phalangen, Schallleitungsschwerhörigkeit und Gaumenspalte, im männlichen Geschlecht ist die klinische Ausprägung meist schwerer als im weiblichen.

Das otopalatodigitale Syndrom Typ 2 manifestiert sich im männlichen Geschlecht mit Thoraxhypoplasie, gebogenen Extremitäten und digitalen Hypoplasien. Häufig liegen weitere Fehlbildungen (kardiale Septumdefekte, Omphalozele, Ureterobstruktion) sowie Anomalien des zentralen Nervensystems (Hydrozephalus, Kleinhirnhypoplasie, Enzephalozele) mit Entwicklungsverzögerung vor. Betroffene männliche Neugeborene versterben häufig aufgrund respiratorischer Insuffizienz. Weibliche Mutationsträger bleiben meist subklinisch.

Die klinischen Symptome der frontometaphysären Dysplasie überlappen mit denen des otopalatodigitalen Syndroms Typ 1, hinzu kommen häufig eine Muskelhypoplasie des Schultergürtels und der Hände, eine Oligohypodontie sowie eine subglottische Stenose mit kongenitalem Stridor und Nierenfehlbildungen. Auch hier sind weibliche Mutationsträger – wenn überhaupt – deutlich milder betroffen als männliche.

Das Melnick-Needles-Syndrom ist im männlichen Geschlecht meist perinatal letal. Weibliche Betroffene zeichnen sich durch Kleinwuchs, Thoraxhypoplasie, gebogene Extremitäten und Hypoplasie der digitalen Phalangen aus, auch hier sind Oligohypodontie, Hörstörung und Ureterobstruktion häufig.

Die TODPD (Terminale ossäre Dysplasie mit pigmentierten Hautdefekten) ist bei lebend geborenen männlichen Individuen noch nicht beschrieben worden und vermutlich im männlichen Geschlecht intrauterin letal. Betroffene Mädchen zeichnen sich durch verkürzte, fusionierte und in der Ossifikation gestörte Karpal- und Metakarpalknöchelchen aus. Hinzu kommen digitale Fibrome, Alopezie sowie temporale Hyperpigmentierungen.

Gene

Mutationen in FLNA (MIM 300017) auf dem X-Chromosom

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