Tuberöse Sklerose

Die Tuberöse Sklerose (MIM 191100, MIM 613254) ist eine angeborene Erkrankung, die durch verstärkte Gewebeproliferation zu Funktionseinschränkungen an verschiedenen Organsystemen führt.

Bei Geburt finden sich am häufigsten Angiomyolipome der Niere und Rhabdomyome des Herzens, die je nach Lage zu einer Behinderung des Blutflusses führen können. Früh sind zudem sogenannte „White Spots“ an der Haut erkennbar (Anzahl >5; Wood-Lampe). Im Verlauf kommen zunehmend Angiofibrome des Gesichts, Pflastersteinnävi am unteren Rücken sowie Café-au-lait-Flecken und Nagelfalzfibrome hinzu. Prognostisch bedeutsam sind Wachstum und Lokalisation intrakranieller kortikaler Tubera und subependymaler Noduli, die gutartig sind, aber zu Störungen der kognitiven Entwicklung und zu Epilepsie führen können. Etwa 10% der Betroffenen entwickeln ein subependymales Riesenzellastrozytom, das durch die klinischen Zeichen eines Verschluss-Hydrozephalus manifest werden kann. Ursächlich für die Erkrankung sind Mutationen in zwei Tumorsuppressorgenen ( TSC1,  TSC2), die für Enzyme kodieren, die die m-TOR-Signaltransduktion regulieren. Im Rahmen einer TSC2-Deletion muss an das TSC2/PKD1 Contiguous Gene Syndrome mit begleitender autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (MIM 173900) gedacht werden. Der mTOR-Inhibitor Rapamycin und sein Derivat RAD001 werden an klinischen Zentren bereits zur medikamentösen Therapie eingesetzt.

Erbgang

Insgesamt treten 70% d. F. als Neumutationen auf, die Vererbung erfolgt autosomal-dominant.

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Gene

Ursächlich für die Erkrankung sind Mutationen in TSC1 (MIM 605284) oder TSC2 (MIM 191092). Häufiger finden sich Mutationen in TSC2 (etwa 70%).

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Analysen

Hinweise Probennahme / Versand

Gen-Panel:

Tuberöse Sklerose (TSC)

TSC1, TSC2

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